• Tips und Tricks - geordnet nach Themengruppen

Begonnen 3/1/9

  1. Was will ich überhaupt pflanzen?

  

Ich zum Beispiel habe mich für dieses Jahr - abgesehen von ein wenig Geißblatt - ausschließlich für den Anbau eßbarer, bzw. benutzbarer Pflanzen entschieden. Als da wären:

  • Kürbisse
  • Gurken
  • Zuchini
  • Chilis
  • Tomaten

Die Chilis mal ausgenommen haben all diese Gewächse eins gemeinsam: wenn sie erstmal über das Keimstadium hinaus sind, dann gibts kein Halten mehr. Es wächst und rankt, es klettert und wuchert ...hihihi.

Das Saatgut habe ich entweder aus getrockneten Früchten gewonnen, oder übers Netz bei ausgewählten Spezialisten erstanden.

Chilisaat guter Qualität bekommt Ihr von

www.pepperworld.com , www.KCB-Samen.ch  oder www.Ruehlemanns.de

Gurken-, Kürbis- und Zuchinisaatgut bestelle ich am liebsten bei

www.KCB-Samen.ch oder www.bigpumpkins.de

und für Tomaten empfehle ich schlicht und ergreifend

www.fesaja-versand.de

Nicht wundern; Tomaten und Chilis werden (aus rechtlichen Gründen) meist als Zierpflanzen angeboten, dürfen aber außerhalb der EU in der Regel bedenkenlos verzehrt werden.

Apropos Tomaten: Wer einmal den Geschmack alter Tomatensorten gekostet hat, wird wohl nie wieder die Normtomate aus dem Supermarkt wollen. Tomaten sind wie guter Wein. Da gibts Fruchtigkeit, Süße, Säure, verschiedene Geschmacksnuancen und auch mal nen Hauch Aprikose im Abgang. Ich freu mich jetzt schon wieder auf den Herbst!

Zur Anzucht verwende ich am liebsten alte Anzuchtplatten die ich mir bei Gärnereien erfrage, schneide mir die Platten auf die passende Größe und stelle sie später in Fenstergewächshäuser aus dem Garten-Center.

Zuerst jedoch fülle ich die Platten mit Anzuchterde, ziehe sie mit einem kleinen Brett ab damit alle Vertiefungen die selbe Menge Erde enthalten und drücke dann jede Portion mit den Fingern fest. Jetzt noch einmal Erde drüber, abziehen und:

  • Für Gurken, Kürbisse und Zuchini, mit einem kleinen Stöckchen (es geht auch ein Bleistift) je ein etwa 1 cm tiefes Loch in die Erde drücken. Dort hinein legt Ihr je einen Samen, am besten leicht schräg geneigt mit der Spitze/Keimseite nach Oben.

  • Für Tomaten oder Chili mit den Fingern eine leichte Mulde eindrücken. Dann je einen Samen in jedes Kästchen legen.

Tip: Ich bevorzuge Zahnstocher mit Farbcodes um unterschiedliche Sorten zu markieren.

Jetzt noch einmal behutsam etwas Erde über die Platten streuen und vorsichtig abziehen.

 Achtung: nicht einfach mit der Gießkanne drüberschwenken, sonst war die ganze Arbeit umsonst weil die Erde fort- und die Samen freigespült werden. Stattdessen lege ich ein Stück Sackleinen über die Platte und begieße dieses. So wird der Wasserstrahl gebrochen und jedes Töpfchen bekommt genügend Feuchtigkeit. Nun nur noch den Deckel des Gewächshauses auflegen (es geht auch eine Plastiktüte), die Schale auf die Warme Fensterbank stellen und abwarten.

Das Bild zeigt z.B. Hokaido- bzw. Butternutkürbisse nach nur 4 Tagen!!

Schon nach einer Woche konnte ich die einzelnen Pflänzchen mit ihren Ballen aus den Anzuchtplatten nehmen und in kleine Töpfe umpflanzen.

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Die zweite Möglichkeit Pflanzen zu vermehren geschieht durch Teilung und heißt

Stecklinge

Dabei werden nicht einfach nur Zweige abgeschnitten und in den Boden gesteckt (obwohl das bei Weiden ganz gut klappt) sondern wir gehen für ein optimales Ergebnis besser methodisch vor.

Stecklinge kann man so ziemlich von jeder Pflanze machen, es ist nur nicht immer sinnvoll. Wenn ein Bauer sein Feld mit Weizenstecklingen bepflanzen wollte, dann hätte Er nach 3 Quadratmetern bestimmt die Schnauze voll. Andererseits ist es für eine Baumschule oft sinnvoller Stecklinge/Ableger zu machen, anstatt zu warten bis z.B. die Apfelkerne zu Bäumchen werden. Außerdem kann ich mittels Stecklingen die Sortenreinheit meiner Pflanzen bewahren - wenn ich das denn will - denn ein Steckling ist als Teil der Mutterpflanze eben immer auch eine genetische Kopie derselben.

Aber jetzt genug gesabbelt - machen wir Stecklinge

und zwar aus Geißblatt

dazu schneiden wir uns einen schön verästelten Zweig von einer Geißblattpflanze

Jetzt nehmen wir ein höllenscharfes Messer und beginnen von den Zweigspitzen aus zum Stamm hin zu arbeiten. Tip: Besser keine Schere nehmen da diese die Pflanzenfasern zusammenquetscht.

Also, wir schneiden nun jeweils kleine Zweigstücke mit mindestens ZWEI Triebpaaren von unserem Mutterzweig, so etwa

und zwar sauber und möglichst dicht am Knoten. Die jungen Triebe streifen wir ab.

 

Die Schnittstellen bestreichen wir mit aus Beinwellblättern gepresstem Pflanzensaft.

 Beinwell enthält dermaßen viel Pflanzenhormone für die Wurzelbildung, daß damit der Anzuchterfolg gesichert ist. Beinwell wächst gerne auf feuchten Böden - auch wild - und wenn man ihn erstmal im Garten hat, dann kriegt man ihn auch nicht mehr los.

Nun stecken wir die Stecklinge in vorbereitete kleine Töpfe oder Anzuchtplatten, gießen großzügig an und stellen die Marge an einen hellen, warmen Platz.

Ab jetzt brauchen wir nur noch Sorge zu tragen daß unsere Pflänzchen nicht austrocknen, und binnen eines Monats sollten wir kräftige, eigenständige Geißblattpflanzen haben die wir im Frühjahr liebevoll an ausgewählte junge Bäumchen setzen können. Den weiteren Verlauf können wir getrost Mutter Natur überlassen.